Die meisten kennen es. Nicht alle mögen es. Manche halten es gar für eine Sünde gegen die Musik. Viele begleitet das Lied dennoch seit Kindertagen: „Danke für diesen guten Morgen, danke für jeden neuen Tag“. Der im vergangenen Jahr verstorbene Kirchenmusiker Martin Gotthard Schneider schrieb den Dauerbrenner 1961 für einen Liederwettbewerb und gewann den 1.Preis. Es ist das einzige Kirchenlied, das es in die Charts der deutschen Hitparade schaffte. Obwohl sogar renommierte Zeitungen gegen den vermeintlich trivialen Hit ätzten, tat das der Popularität des Songs keinen Abbruch. Über 700.000 Singles wurden allein in den 1960er Jahren verkauft.

 

Dank ist die größte Kraft in unserem Leben

 

Der Grund für den Erfolg ist wohl weniger in einem musikalischen Anspruch zu suchen als vielmehr in der Erfahrung, dass die größte Kraft in unserem Leben der Dank ist. Das Lied erinnert uns daran, dass nicht die Menschen am glücklichsten sind, die viel haben, sondern die, die danken können: „Danke, ach Herr, ich will dir danken, dass ich danken kann.“ Der mitreißende Dankesjubel, mit dem das Lied endet, ermutigt und richtet uns auf. Denn im Dank fallen die inneren Fesseln der Bitterkeit, des Neides und des Trübsinns ab.

 

Heute schon gedankt?

 

Deshalb: „Seid dankbar in allen Dingen.“ Indem wir Gott für all das vermeintlich Selbstverständliche danken, wird unser Blick geschärft für Gottes unverdiente Gaben, und wir werden bestärkt in unserem Gottvertrauen. Beten heißt, nicht nur ein Stoßgebet in den Himmel zu schicken, wenn uns das Wasser bis zum Hals steht. Nur wenn wir Gott den Herrn auch mit unserem Dank ehren, beten wir angemessen und werden dadurch vielleicht auch von manchen überflüssigen Wünschen frei.

 

Seid dankbar in allen Dingen. 1.Thessalonicher 5,12

 

Dirk Staudinger, Evangelisch freie Gemeinde Prüm

Tim Bendzko singt in seinem Lied „Am seidenen Faden“ über die Vergänglichkeit des Lebens. Er singt, dass jeder Atemzug an einem seidenen Faden hängt. Gerade wenn ein lieber Mensch stirbt und eine große Lücke im Leben der Angehörigen und Freunde hinterlässt, wird deutlich, dass das Leben tatsächlich an einem „seidenen Faden hängt“. So schnell kann es zu Ende sein. Von einem Tag auf den anderen hat jemand