Du hast aber zugenommen.“ „Du bist zwar nicht schön, aber schlau.“ Jeder kennt solche Worte: Sie kommen zwar leicht über die Lippen, haben aber schwere Folgen. Worte verletzen, machen es sich bei uns im Hinterkopf bequem und bestimmen unser Handeln. Wegen Worten halten wir Diäten oder entwickeln Ängste und Hemmungen. Worte können einerseits aufbauen und Menschen verbinden, andererseits aber auch Beziehungen zerstören und tiefe Verletzungen hinterlassen. Eure Rede sei allezeit freundlich. Es gibt Menschen, die neigen dazu,

anderen ihre Schwächen und Fehler auf unsensible Weise mitzuteilen. In der Bibel fordert der Apostel Paulus eine ganz andere Art der Kommunikation: „Eure Rede sei allezeit freundlich und mit Salz gewürzt“ (Kol. 4,6). Wie bitteschön bekomme ich meine Worte so in den Griff, dass sie allezeit freundlich sind? Auf den besten Freund der Zunge achten Worte fallen nicht einfach so vom Himmel, sondern sie haben ihren Ursprung tief in unserem Inneren: „Was aus dem Mund herauskommt, das kommt aus dem Herzen“ (Mt. 15,18). Entscheidend sind also die Gedanken, mit denen ich mein Herz fülle: Lasse ich meinen neiderfüllten Gefühlen freien Lauf, oder gebe ich Gottes guten Gedanken über mich und meine Mitmenschen Raum? Mit der richtigen Menge Salz würzen Die Menge an Salz ist bei jedem Gericht entscheidend. Und genauso verhält es sich auch bei unserer Wortwahl. Eine gute Prise Salz ist nicht nur freundlich, sondern auch bedacht. Ich übe mich deshalb seit Neuestem darin zu schweigen. Denn meine Erfahrung zeigt: Eine versalzene Suppe mag keiner. Und wenn ich mir eine bedachte Prise im Moment nicht zutraue, dann würze ich erstmal nicht. Nachwürzen kann ich ja immer noch.

Euer Dirk Staudinger