Tim Bendzko singt in seinem Lied „Am seidenen Faden“ über die Vergänglichkeit des Lebens. Er singt, dass jeder Atemzug an einem seidenen Faden hängt. Gerade wenn ein lieber Mensch stirbt und eine große Lücke im Leben der Angehörigen und Freunde hinterlässt, wird deutlich, dass das Leben tatsächlich an einem „seidenen Faden hängt“. So schnell kann es zu Ende sein. Von einem Tag auf den anderen hat jemand

mit großer Trauer zu kämpfen und manchmal meint er, das Dunkel würde sich nicht mehr lichten. Diese Erfahrungen sind unumgänglich. Jedes Leben ist nun einmal befristet - zumindest was das Leben auf der Erde betrifft. Wenn nichts mehr ist, wie es war: Nicht nur Menschen leiden, wenn jemand stirbt. Auch Gott leidet, wenn Menschen sterben. Als Jesus zu seinen Freunden nach Betanien kommt und sieht, wie Maria und Martha über den Tod von Lazarus weinen, ist auch er tief bewegt und erschüttert. „Wo habt ihr ihn hingelegt?“, fragt er. Sie antworten: „Komm, Herr, wir zeigen es dir!“ Nach diesen Worten kommen Jesus die Tränen. Der Tod rüttelt an Menschen und hier letztlich sogar an Gott: In Jesus reagiert Gott selbst mit Tränen auf den Verlust eines Menschen. Festhalten: In der Zeit der Trauer ist es sehr wichtig, sich an Gott festzuhalten und ihm zu vertrauen. Er macht keine Fehler, auch wenn es vielleicht so aussieht. Er hat das Gesamte im Blick. Doch dieses theoretische Wissen ist in Zeiten des Schmerzes oft nicht greifbar und wirkt fremd. Die Gefühle sagen etwas ganz anderes. Doch genau diese können mit Gott geteilt werden. Er interessiert sich dafür. Er möchte in den Schmerz hineinkommen. Er kennt die Herzen der Menschen und möchte ihnen in der schweren Zeit beistehen und sie unterstützen.

 

Euer Dirk Staudinger