In einem Tagungshaus versammelten sich hoch engagierte Ehrenamtliche, die neben Beruf und Familie noch Leitungsverantwortung in der Jugendarbeit wahrnehmen. Im Raum daneben traf sich eine Gruppe von Menschen, die sich mit Wellness-Angeboten verwöhnen ließ. Das Aufeinandertreffen dieser beiden Gruppen ließ eine unausgesprochene Spannung aufkommen.

Die Anforderungen an Verantwortliche in Jugend und Flüchtlingsarbeit, in Kirche und Gemeinde werden immer mehr. Wer dann bereit ist, diese Verantwortung zu tragen, fragt sich manchmal: Fordert Jesus von seinen Leuten einen Einsatz bis zur Selbstaufgabe, während andere es sich gutgehen lassen? Paulus kennt diese Zerreißprobe und ist oft genug bis an die Grenzen seiner Kräfte und darüber hinaus gegangen.Doch interessanterweise sagt er in einem zentralen Text für Gemeindeverantwortliche: “Gebt acht auf euch selbst und auf die ganze Herde (Apostelgeschichte 20,28).“ Die Achtsamkeit für sich selbst und die Achtsamkeit für die Gemeinde gehören zusammen. Nur wer mit sich selbst achtsam umgeht, kann auch für andere Verantwortung übernehmen. Denn wer ständig über die eigenen Kräfte arbeitet, wird bitter und ungenießbar für andere. Ich ergänze deshalb die Aufforderung des Paulus:

 

Achte darauf, dass du mit Gott in Verbindung bleibst und aus seinen Kraftquellen schöpfst, damit du aus seiner Kraft lebst und dich nicht selbst verausgabst.

Achte darauf, dass du die frohmachende Botschaft des Evangeliums für dich (neu) hörst, damit du anderen fröhlich und zuversichtlich begegnen kannst.

Achte darauf, dass du aus Gottes Barmherzigkeit lebst, damit du mit anderen barmherzig sein kannst.Es liegst an dir, deine Einstellung zu den Dingen des Lebens zu verändern!

Die kommende Herbstzeit mit ihren gemütlichen Abenden bietet eine wunderbare Gelegenheit für Entspannung, Stille und Begegnung mit Gott!

 

Liebe Grüße, Dirk Staudinger